Österreichs Energieversorgung krisenfest mit Gas

03.04.2020

Anteil von Gas an der Stromproduktion

Österreichs Energieversorgung ist krisenfest. Die Gasspeicher sind gut gefüllt und daher können die Gaskraftwerke jederzeit zuverlässig Strom liefern. Der Gasanteil für die Stromproduktion betrug im ersten Jahresviertel 22 Prozent.

Gas ist ein flexibler Stromerzeuger. Wenn Wasser- und Windkraftwerke keine oder nur wenig Energie liefern können, springt Gas als zuverlässiger Energieträger für die Stromproduktion ein.
„Im ersten Quartal wurden 22 Prozent des in Österreich benötigten Stroms mit Gas hergestellt“, sagt DI Peter Weinelt, Obmann des Fachverbands Gas Wärme und stellvertretender Generaldirektor der Wiener Stadtwerke: „Das zeigt: Gas ist unerlässlich für unsere Stromversorgung. Ohne Gaskraftwerke würde die Stromversorgung an vielen Tagen zusammenbrechen.“ Der höchste Gasanteil für die Stromversorgung war Anfang Jänner mit 38 Prozent, der niedrigste Ende März mit rund fünf Prozent (siehe Grafik).

Bedeutung von Gas steigt weiter
Durch den von der Regierung geplanten weiteren Ausbau von Photovoltaikanlagen sowie Wind- und Solarparks in Österreich wird auch der Bedarf an Gas weiter zunehmen, schätzt der Fachverband. Denn die Stromgewinnung aus Sonnenenergie und Wind unterliegt wetterbedingten extremen Schwankungen. Damit der Strom nicht bei der nächsten Wolkenfront oder Windflaute ausfällt, müssen entsprechende Stromreserven bereitstehen. „Dafür eignen sich die flexiblen Gaskraftwerke ganz hervorragend“, sagt Weinelt: „Gas ist zuverlässig verfügbar, verbrennt ohne Feinstaub und wird immer grüner. Denn wir wollen, dass in Zukunft immer mehr Biogas und synthetisches Gas aus Ökostrom und Wasserstoff durch unsere Leitungen fließen.“

Guter Energiemix im Raumwärmemarkt nötig
„Auch die Wärmeversorgung in Österreich ist dank eines gut diversifizierten Systems gesichert. Darauf müssen wir weiter bauen, um für Krisen gut gewappnet zu sein“, sagt Weinelt. Österreich verfügt zwar über eine schrumpfende Zahl an Ölheizungen, eine stagnierende Zahl an Pelletheizungen und eine wachsende Anzahl an Wärmepumpen sowie über mehr als eine Million Gasheizungen und eine weitere Million Fernwärmeanschlüsse. Mit einem steigenden Anteil an Stromheizungen (Wärmepumpen) wird der Strombedarf in Österreich aber gerade in den Wintermonaten weiter steigen. Das wird das Versorgungsproblem mit (erneuerbarem) Strom in den Wintermonaten noch weiter verschärfen: Denn die Haushalte haben ihren größeren Wärmebedarf ausgerechnet dann, wenn die Tage kurz sind, wenig Sonnenstrom gewonnen werden kann und die Flüsse Niedrigwasser führen.

„Gerade in so einem Szenario brauchen wir weiterhin flexible Gaskraftwerke, um die Versorgungssicherheit aufrechterhalten zu können. Denn sie bilden ganzjährig flexible Netzreserven, die wir gerade in einem Energiesystem mit einem steigenden Anteil an erneuerbaren Energieträgern dringend brauchen“, mahnt Weinelt abschließend.

 

Zurück