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Aktuell:
Fernwärme: Preisstabil und umweltfreundlich

Mit dem Ausbau von Fernwärme und Fernkälte kann Österreich seine Umwelt- und Klimaziele einfach und günstig erreichen. Aber nur dann, wenn der Wirtschaftsminister den Ausbau der Fernwärmenetze stärker als bisher unterstützt, den dafür vorgesehenen Rahmen von 60 Millionen Euro auch voll ausschöpft und damit den Unternehmen eine klare Vorgabe in Richtung Energieeffizienz gibt.

Wien, im Jänner 2012. - Für den Ausbau von Fernwärme und Fernkälte sieht das Wärme- und Kälteleitungsausbaugesetz seit dem Jahr 2009 jährlich Investitionszuschüsse von bis zu 60 Millionen Euro vor. Kumuliert wären das heuer bereits 240 Millionen Euro für den weiteren Ausbau der sauberen Wärme. „Das sind Mittel, die wirklich wichtig wären", sagt Gerhard Fida, stellvertretender Obmann des Fachverbandes Gas Wärme und Direktor der Fernwärme Wien GmbH. Für den Ausbau der Fernwärme wurden seit 2009 bis dato rund 55 Millionen Euro effektiv bewilligt. Zu einer Auszahlung ist es bis heute nicht gekommen. Dabei könnte Österreich mit der Förderung des Fernwärme- und Fernkälteausbaus gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Erstens könnten künftig nationale Vorgaben in Bezug auf die europäischen Klimaziele leichter eingehalten und so die Umwelt geschützt werden. Zweitens könnten gerade durch das Erfüllen der Klimaziele Strafzahlungen vermieden werden. Wolfgang Dopf, Bereichssprecher Wärme im Fachverband Gas Wärme und Vorstandsdirektor der Linz AG: „Trotz allgemeinen Sparvorgaben ist es also nicht sinnvoll, gerade bei der Energieeffizienz und damit bei der Fernwärmeförderung zu sparen."

Eine Win-Win-Situation: Fernwärme ist günstig und umweltfreundlich
Das Forcieren von Fernwärme hat nicht nur für die öffentliche Hand positive Effekte. Laut Fida profitieren „auch private Haushalte von den konstant günstigen Preisen, der besseren Energieeffizienz, weniger CO2 und weniger Feinstaub. Daher ist der Ausbau der Fernwärmenetze zu Recht eines der vorrangigen Ziele des EU-Energieeffizienzplans."

Heizen mit Fernwärme ist nicht nur bequem, energieeffizient und zuverlässig, sondern auch in höchstem Maß umweltverträglich: zwischen 70 und 75 Prozent der Fernwärme in Österreich stammen aus Kraftwerken mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Die Nutzung der Abwärme aus den Stromerzeugungsanlagen lässt diese Anlagen einen Wirkungsgrad von bis zu 90 Prozent erreichen. Dopf: „Das ist hinsichtlich der Energieeffizienz in der Fernwärmeaufbringung Weltklasse." Der für die Fernwärmeerzeugung erforderliche zusätzliche Rohstoffeinsatz von Brennstoffen wie Erdgas oder Biomasse kann so deutlich gesenkt werden. Durch diesen geringeren Verbrauch kommt es zu einer Verringerung des durch Raumwärme verursachten CO2-Ausstoßes. Alleine in Wien werden durch die Versorgung mit Fernwärme jedes Jahr rund zwei Millionen Tonnen Kohlendioxid vermieden. Österreichweit beträgt die Reduktion rund drei Millionen Tonnen CO2.

In den modernen KWK-Anlagen werden Luftfilter der jüngsten Generation eingesetzt. Dadurch gelangt kaum noch Feinstaub in die Umwelt. Fernwärme ist mit dafür verantwortlich, dass die Luftqualität insbesondere in den Städten spürbar steigt. Viele kleine Heizungen werden durch zentrale, hocheffiziente und saubere Anlagen ersetzt. Darüber hinaus leistet Fernwärme einen Beitrag gegen die globale Erwärmung.

Fernwärme schafft Flexibilität
Während früher zur Fernwärmeaufbringung vor allem Kohle und Heizöl Schwer eingesetzt wurden, kommen heute stattdessen Abwärme aus der Stromerzeugung (meist auf Basis Erdgas), Abwärme aus der thermischen Verwertung von Müll und Reststoff, industrielle Abwärme sowie Biomasse zum Einsatz. Ein wassergeführtes Heizsystem – quasi die Zentralheizung einer Stadt – ermöglicht den Einsatz unterschiedlichster Energieträger in der Erzeugung. So kann beispielsweise schon heute Wärme aus Biomasse effizient und sauber zu vielen Wohnungen transportiert werden, ohne dass die Bewohner sich um Brennstoffmanipulation und Heizmittellagerung kümmern müssen.

Immer mehr Österreicher bauen auf Fernwärme
758.000 Wohnungen oder 21 Prozent der Haushalte in Österreich werden derzeit mit Nah- oder Fernwärme beheizt. Die beste Netzanbindung besteht in den Ballungsräumen wie Linz, Wien, Graz oder Salzburg. Daneben gibt es in ganz Österreich zahlreiche Ortsfernwärmenetze. Die gesamte Netzlänge beträgt in Österreich derzeit insgesamt 4.140 Kilometer. Das entspricht der Distanz von Wien nach Madrid und retour. Augenblicklich werden jährlich rund weitere 75 Kilometer dazu gebaut. „Das Potenzial ist aber weitaus größer: Der Fernwärmeverkauf hatte in den vergangenen Jahren Wachstumsraten von bis zu elf Prozent. Seit 1990 hat sich die Nachfrage verdreifacht“, sagt Dopf.

Fernwärme ist preisstabilste Heizform
Während auf dem Brennstoffmarkt große Preisschwankungen auf der Tagesordnung stehen, bleibt Fernwärme weiterhin günstig und preisstabil. Der im Durchschnitt des Jahres 2011 zu zahlende Fernwärmepreis lag nur 1,1 Prozent über jenem des Vorjahres und damit deutlich unter der Inflationsrate von 3,3 Prozent. Bei anderen Heizformen wie etwa Heizöl hat die jährliche Teuerung zuletzt bis zu 21 Prozent betragen. „Eine konsequente Nutzung all dieser Vorteile setzt allerdings den weiteren Ausbau der Fernwärme voraus“, unterstreicht Fida: „Das ist gut investiertes Geld. Vor allem hat die sinnvolle und wirtschaftliche Nutzung von Abwärme ein enormes Potenzial.“

Pressegespräch des Fachverbandes Gas Wärme, 31. Jänner 2012 (Powerpoint-Präs.) 

Rückfragehinweis:
Fachverband Gas Wärme
Mag. Michael Mock
Geschäftsführer
Mail: mock@gaswaerme.at
Tel: +43/1/513 15 88/13
URL:  www.gaswaerme.at 



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